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25. Juni 2013. Fünfter Tag nach der Abreise! Wir
sind seit 24 Stunden wieder in der Heimat. Seither hat der Himmel
seine Schleusen nicht mehr geschlossen. Triefend nasse Schlafsäcke
hängen auf der Leine. Trocken werden sie wohl so schnell nicht. Ein
Zelt steht im Garten. Nasser als beim Abbau in Grainau kann es auch
nicht mehr werden. Alles ist klamm, Rucksäcke, Reisetaschen, Schuhe. Torschtis Auto sieht von innen aus…,
ich möchte es nicht saubermachen, oder besser trockenlegen wollen!
Weitere 24 Stunden zuvor hatte der Himmel an der Zugspitze begonnen
zu weinen und sich von Stunde zu Stunde weiter hinein gesteigert.
Dabei gab es doch gar keinen Grund. Erfolgreich und bestens gelaunt
hatten wir vier T-Rexe und unser Budvar-Racer-Mitstreiter doch
eben den Zugspitz-Ultratrail, -Supertrail oder Basetrail absolviert
und waren in Partylaune. Nein, unter freiem Himmel, wie angedacht,
ging das nicht mehr. Die Feier musste in ein Gasthaus verlegt werden.
Weniger preiswert, aber trocken und natürlich nicht minder lustig. Die
Nacht am Fuße von Deutschlands höchstem Berg halbtrocken, mit einem
Regen-Stakkato auf der Zeltplane verbringen zu müssen, verhinderte
dies aber nicht. |
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Ankunft in GAP heißt erst mal Getränke fassen |
und dann ein Frühstück mit Blick auf den Ort des Trailgeschehens |
Wir wollen uns nicht beschweren! Auf dem Trail
verschonten uns die alpinen Wettergötter mit derartigen Unbilden
fast vollständig. Ein wenig Hagel, ein wenig Niesel, dafür oft und
viel Sonne und eine trockene Nacht bei angenehmen Temperaturen
obendrein, ließen Trailrunning zum Trailgenuss werden! Die
Veranstalter von der
PLAN B event company GmbH
wurden damit für ihre nicht unerheblichen und über dem Standard
liegenden Mühen ebenso belohnt wie wir Sportler. |
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die Organisationszentrale des ZUT |
technische Probleme mussten auch gelöst werden |
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Startunterlagen abgegriffen, schon wird posiert |
Zugspitzfotos.... |
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ertragreicher Besuch der Expo, zur Freude
der Händler |
Shopping auch noch bei unserem Lieblingshändler in GAP |
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ein abendlicher noch Blick aufs Trailgebiet, hier das Höllental |
abmarschbereit, morgens um 6.00 Uhr auf dem Zeltplatz |
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Torschti und Thomas bei der Meditation kurz vor dem Start |
und auch Kerstin, völlig in sich gekehrt |
Kerstin als Newcomer auf Zugspitzpfaden, hatte nicht wie von ihr
befürchtet bei ihrem Basetrail über 35,9 km und knapp 1.900
Höhenmeter Probleme das Zeitlimit zu schaffen, finishte vielmehr
völlig entspannt und überaus glücklich und sehr deutlich vor dem cut
off.. Der Glanz in ihren Augen und die Mundwinkel an den Ohren
zeugten von der „Geburt“ eines neuen Trailrunners! Blut geleckt….
Selbst die Strapazen, vom Reintal, auf 810 m, hinauf zur Bergstation
der Alpspitzbahn, auf 2.029 m, konnten ihr den Spaß nicht verderben.
Fein gemacht! |
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pünktlich um 7:15 Uhr startete der
Ultratrail in Grainau |
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Kerstin startete um 11.00 Uhr in Mittenwald* |
und war der erste T-Rex im Ziel* |
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Wiese ging um 9.00 Uhr in Leutasch auf den Kurs* |
und finishte zu nächtlicher Stunde |
Wiese, unser Supertrailer, 68,8 km mit 3.120 Höhenmetern, war
dagegen Wiederholungstäter. Schon 2011 hetzte er von Leutasch über
das sich gnadenlos aufsteilende Scharnitzjoch (2.048 m) und die
folgenden schenkelmürbewerdenlassenden Anstiege. Aber Wiese war
besser vorbereitet als damals. Gute 45 min eher überquerte er die
Ziellinie in Grainau. Das war dann schon mal oa, zwoa Mass guten
boarischen Gerstensaft und unser aller Respekt wert!
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Thomas zeigte sich am Start bissig und hatte von uns die flinksten Füße |
Torschti führt die Läuferhorde eine steile Skipiste hinauf |
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unser Lauf-Gourmet an der Hämmermoosalm |
Halbzeit |
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beim Abstieg vom Scharnitzjoch wabern
vor bzw. unter uns die Wolken |
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Mittenwald, km 65, Torschti fängt die Wildsau |
letztes gemeinsames Foto am Ferchensee, noch 30 km to go |
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es wird Nacht auf dem Trail |
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Thomas zelebriert sein Zieleinlauf |
Torschti, superschnell und superglücklich* |
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zum Schluss ist auch mein Lachen wieder da* |
es wird Morgen über Zug- und Alpspitze - wir gehen zu Bett |
Thomas,
im T-Rex-Verband unterwegs, für das Budvar-Racing-Team startend,
erlebte ebenfalls seinen zweiten Ultra an dieser Stelle, während
Torschti und ich (Volker) zur dritten Auflage des Rennens auch zum
dritten Mal hier erschienen. Ultratrail heißt eine ganze Runde um
das Wettersteingebirge zu drehen. Mit dem Feldernjöchl (2.200 m),
dem Scharnitzjoch und zum krönenden Abschluss der Bergstation der
Alpsitzbahn, geht es dreimal über die 2.000 m, womit in Summe 5.420
Höhenmeter auf glatten 100 km zusammenkommen. Thomas gab ordentlich
Gas und erreichte bereits nach 15:46 Std. das Ziel. Damit war er
zwar etwas langsamer unterwegs als 2011, belegte aber mit Platz 58
in der Totale eine hervorragende Position! Torschti und ich ließen
es ruhiger angehen. Lange Zeit liefen wir zusammen auf der großen
Runde, bevor bei km 75 unsere „Scheidung“ kam. Sein Schritt war
schneller und folgerichtig versuchte er sich unter die
20-Stunden-Marke zu drücken, was ihm letztendlich auch eindrucksvoll
gelang. 19:39 Std. sind schon was! Für mich liefen die letzten 25 km
dagegen nicht ganz so prickelnd. Mit viel „Beißen“ statt locker zu
laufen erschien ich nach 21:50 Std. wieder in Grainau. Kleiner
Trost, 35 min langsamer als 2011, aber auch 40 min schneller als
2012. Zu Platz 291 bei 410 Finishern genügte das noch.
Große Freude im Ziel, alle glücklich und zufrieden, da hieß es
schnell Richtung Zeltplatz zu gelangen, um mit einem frischen Bier
nach frischer Dusche (kein warmes Wasser morgens um 5.30 Uhr,
brrrrr...) auf den herrlichen Tag und die mehr oder weniger lange
Laufnacht anzustoßen. Die ersten Camper zogen die Reißverschlüsse
ihrer Leinwandvillen bereits auf, als wir die Unsrigen, zur
wohlverdienten Ruhe zuzogen. Und dann kam, nach einem wunderschön
sonnigen Morgen, der Regen…. |
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Bierkühlung mal umweltfreundlich |
Wiese schon wieder aktiv, jetzt als Chefkoch |
Der Zugspitz-Ultra umrundet das
Wettersteingebirge in Grainau beginnend einmal. Der Supertrail
steigt in Leutasch genau auf diese Strecke ein, ebenso der erstmalig
2013 durchgeführte Basetrail, der in Mittenwald auf selber Linie
seinen Anfang findet. Ziel für alle Strecken ist in Grainau. Die
organisatorischen Einzelheiten, Streckenprofile und –verläufe,
Ausrüstungsanforderungen etc. werden auf der
Website der Veranstaltung
hervorragend und übersichtlich dargestellt. Wichtig ist die
mitzuführende Pflichtausrüstung auch wirklich dabei zu haben und das
nicht nur, weil sie vor dem Start akribisch kontrolliert wird. Mit
Straßenlaufschuhen und luftigem Laufhemdchen ist man hier definitiv
falsch und bringt sich im Falle eines Falles in enorme Gefahr.
Ordentlich griffige Trailrunningschuhe, Stöcke, lange und warme
Wechselsachen, Regenjacke, Mütze, Handschuhe, Stirnlampe… und vor allem genügend zu Trinken sollte schon dabei
sein, wenn man sich auf diesen herrlichen aber schweren Kurs begibt.
Das der Kurs schwer ist, erkennt man unschwer an den DNF-Quoten:
Basetrail = 4,1%, Supertrail = 8,3% und Ultratrail = 21,8%, oder
anders ausgedrückt, von insgesamt 1.460 Startern erreichten 1.280
das Ziel!
Mit einer ordentlichen Vorbereitung als Grundlage, können wir T-Rexe
diese Veranstaltung guten Gewissens weiterempfehlen. Egal auf
welcher Strecke und in welchem Leistungsbereich man unterwegs ist,
der Erlebnisfaktor ist riesig und das „Ich-komme-wieder-Potential“
nicht unbedingt geringer. |
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