26. Oktober |
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Zugegeben, ein großer Schluck Überwindung war schon dabei, in
aller Herrgottsfrühe den Wecker klingeln zu lassen, um ein wenig
umständlicher als sonst üblich an den Startort eines Läufchens zu
kommen. Zum Glück ist man ja nicht allein mit solchen bekloppten
Ideen, denn mit Aldo und Torschti waren schnell Mitstreiter
gefunden. Schließlich wurde die Uhr in der Folgenacht von Sommer-
auf Winterbetrieb umgestellt und so konnte eine Stunde Schlaf
zusätzlich nachgeholt werden. Also mit dem Auto zum Cottbuser
Bahnhof, mit dem IC zum Berliner Ostbahnhof und mit dem
Regionalexpress nach Hangelsberg. Dort spuckte uns der Zug aus,
hinein in das total verregnete Rand-Berlin. Prost Mahlzeit! Aldos
Wetter-App versprach Trockenheit ab 10.00 Uhr, hieß also nur eine
Stunde durch den Regen traben! Die Wetter-App, als Hoffnungs-App,
hatte, das sei vorweggenommen, zum Glück recht!
Mit uns machten sich Punkt 9.00 Uhr neun weitere Laufenthusiasten
auf den Weg, auf die nassen Trails, nach Wendisch Rietz.
Landschaftlich sehr reizvoll, wenn auch nicht immer leicht zu
finden, zeigten sich die Wege durch die Auen der Müggelspree, bis
an, der Name ist Programm, der "Großen Tränke" bei Fürstenwalde der
erste Verpflegungspunkt erreicht war. Die Speicher schon auffüllen
zu können war die eine, die Regenjacken ausziehen zu können die
andere und größere Freude hier. Einige Kilometer weiter, in den
Rauener Bergen, wurde der Trail-Runner in uns gefordert. Nicht nur
ordentlich Höhenmeter warteten auf uns, schließlich weisen alte
Skisprung-Schanzen heftige Steigungen auf, auch die Wege waren ein
wenig tricky, womit letztendlich die Laufkleidung jetzt von innen
nach außen durchfeuchtet wurde. |
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Gruppenbild an der "Großen Tränke"* |
Wasser zum Glück nur noch von unten |
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hinein in die Rauener Berge |
Schanze hinauf, kein Laufschritt ist mehr möglich |
Von den 66 Seen war bislang nicht viel zu sehen, welche dem Lauf,
bestehend aus 8 Etappen, seinen Namen gaben. Bei Petersdorf wurde
dann Nummer 1 der 5 für heute, auf Etappe 5 des Laufes avisierten
Gewässer passiert, bevor mit Nummer 2, dem Scharmützelsee, das wohl
bekannteste unsere Blicke auf sich zog. Reichlich 13°C
Wassertemperatur hätten sogar zu einem Bad eingeladen, aber wir
hatten es ja eilig ;-) Aber nicht nur der See, auch die anliegenden,
wenig bescheidenen Wohnanlagen an seinem Ufer lenkten unsere Blicke
ab. So war es dann schön, wieder auf den Trails im Wald verschwinden
zu können. Da beschäftigt man sich nicht mehr mit der Frage, ob man
eventuell den falschen Job gewählt oder die falsche Frau geheiratet
hat, wenn man an seine bescheidene Homebase denkt. "Großer-" und
"Kleiner Kolpiner See", gut im Wald versteckt wurden schon bald
umrundet und es dauerte gar nicht lange, da waren wir auch schon auf
der "Storkower Düne", einer der größten im sandigen Brandenburg.
Beim Aufstieg durfte wieder rege geschwitzt werden. Mit dem
Storkower Wolfswinkel erreichten wir alsbald den "Storkower See".
Der dortige "Knüppeldamm" forderte die nun schon etwas müden Füße
ordentlich. Auf herrlichen Trails, fast immer in Ufernähe, näherten
wir uns danach leider unbarmherzig unserem Ziel in Wendisch Rietz,
am Südzipfel des Scharmützelsees. 6 Stunden unterwegs, 5:17 Stunden
reine Laufzeit für 46,3 km, waren wieder einmal viel zu schnell
vergangen.
Ein großes Dankeschön von uns an die Veranstalter der "LG Mauerweg
Berlin". Wir wurden nicht nur mit einer wunderschönen Laufstrecke
verwöhnt, auch die Organisation war super und was die Verpflegung
anbelangt... wir haben wohl alle etwas zugelegt! Wir sehen uns
sicher wieder! |
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Thomas Frunzke gibt einen naturkundlichen Kurs zur
Entstehung und Geschichte der Rauener Berge (Schanzen, Findlinge) |
der Scharmützelsee, durchaus mit Badetemperatur |
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auf der Storkower Düne, mit einer Höhe von 36 m,
eine der
größten in Brandenburg** |
perfekte Verpflegung |
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Veranstalter: LG Mauerweg
Berlin e.V.
Website:
www.lgmauerweg.de
Kontakt: siehe WebsiteDer
66-Seen-Lauf isst ein Gruppenlauf, das Tempo liegt um 6:45 min/km.
Teilnahmegebühr: 8 € je Etappe
Termin: April, Mai, Oktober, November 2013
(7. + 8. Etappe am 23./24.11.2013
Stecken: ab 45 km je Etappe
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auf den letzten Kilometern am Storkower See** |
Danke an *Alexander von Uleniecki und
**Aldo Bergmann für diese Fotos |
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